Wenn
deine Zuversicht
ein Baum wäre,

 

 

 

wie klänge er?

 

 

 

Schreibbibliothek
Räume zum Lesen, Schreiben, Reflektieren

 

Willkommen in meiner Schreibbibliothek

 

Manche Antworten finden wir nicht, indem wir noch länger nachdenken.

 

Sie zeigen sich, wenn wir langsamer werden. Wenn Gedanken auf Papier ihren Platz finden. Vor allem, wenn wir beginnen, uns selbst zuzuhören.

In der Schreibbibliothek findest du Texte und Schreibimpulse, die dich dabei begleiten möchten, innezuhalten, Klarheit zu gewinnen und deiner eigenen inneren Stimme näherzukommen.

Jeder Beitrag eröffnet einen kleinen Raum zum Lesen, Schreiben und Reflektieren.

 

Vielleicht genügt es für heute, einen Satz aufzuschreiben.

Warum fühle ich mich plötzlich nicht mehr wie ich selbst?

Es gibt Lebensphasen, die sich nicht an einem bestimmten Tag ankündigen. Sie schleichen sich langsam in dein Leben.

Wenn ich mit dem Wissen von heute 16 Jahre zurückblicke, hätte ich damals vermutlich früher erkannt, dass ich mich in der Perimenopause befand. Ich hätte weniger an mir gezweifelt und wäre vielleicht wertschätzender mit mir selbst umgegangen.

Doch damals redete frau nicht darüber. Selbst meine Gynäkologin klärte mich nicht über die körperlichen und psychischen Veränderungsprozesse der Perimenopause und Menopause auf.

Eine Zeit des Wandels

Veränderungen verunsichern uns oft.

Auch mir ging das so. Und ich fragte mich immer häufiger: „Was ist bloß los mit mir?“

Ich schlief zunehmend schlechter, war schneller erschöpft, und irgendwie fühlte sich alles anstrengender an. Viele Jahre war ich ein eher ausgeglichener Mensch. Mich brachte nichts so schnell aus der Ruhe. Je mehr ich mich jedoch der Menopause näherte, desto gereizter und impulsiver reagierte ich oft bei Kleinigkeiten. Außerdem begann ich zunehmend, mein bisheriges Leben, meine Rollen und Aufgaben infrage zu stellen.

Vielleicht kommt dir das bekannt vor?

Während der Wechseljahre kann sich vieles verschieben. Nicht nur körperlich, sondern auch emotional, seelisch und mental. Es ist nicht ungewöhnlich, dass alte Rollen, Gewohnheiten und Vorstellungen plötzlich nicht mehr passen. Bekannte Strategien funktionieren oft nicht mehr zuverlässig. Gleichzeitig tauchen neue Werte und Bedürfnisse auf.

Wie jede Zeit der Veränderung bringt das Verunsicherung und gleichzeitig öffnet sich ein Raum, in dem Neues entstehen darf.

Intuitives Schreiben schafft einen Raum für das, was sich zeigen möchte

Gerade in Zeiten des Wandels kreisen Gedanken oft unaufhörlich.

Was ist los mit mir?

Warum fühle ich mich so anders?

Was brauche ich jetzt?

Intuitives Schreiben kann helfen, diesen Fragen Raum zu geben.

Nicht, um sofort Antworten zu finden, sondern um wahrzunehmen, was sich zeigen möchte.

Auf dem Papier dürfen Zweifel, Unsicherheit, Wut, Trauer und Freude nebeneinanderstehen.

Nichts muss erklärt oder bewertet werden.

Manchmal entsteht genau dadurch etwas Entscheidendes: Die Verbindung zu dir selbst.

Intuitives Schreiben bedeutet, die innere Kritikerin für einen Moment beiseitezuschieben und nicht zu überlegen, was du denken solltest, sondern neugierig zu werden auf das, was tatsächlich in dir ist. Intuitives Schreiben bedeutet, dir selbst zuzuhören.

Notizbuch mit Stift

Ein kleiner Schreibimpuls

Nimm dir zehn Minuten Zeit.

Beginne mit dem Satz:

In den letzten Monaten hat sich in meinem Leben verändert...

Schreibe alles auf, was auftaucht, ohne es sofort zu ordnen oder zu bewerten.

Nicht nur das, was schwer ist.

Vielleicht entdeckst du auch etwas, das wachsen möchte.

Wenn du fertig bist, lies deinen Text noch einmal langsam durch.

Welcher Satz berührt dich besonders?

Markiere ihn.

Vielleicht erzählt er dir etwas über das, was gerade wirklich wichtig ist.

Zum Schluss

Die Wechseljahre sind keine Zeit, in der du funktionieren musst.

Vielleicht sind sie vielmehr eine Zeit, in der du dir selbst neu begegnen darfst.

Vielleicht darf das alte Ich sich neu begegnen und zu einem neuen Ich werden.

Welche Veränderung in dir möchte gerade gesehen und aufgeschrieben werden?

Vielleicht möchtest du lieber gemeinsam mit anderen schreiben?

Manchmal fällt es schwer, sich im Alltag die Zeit zum Schreiben zu nehmen. Dann kann der erste Schritt dahin geimeinsam mit anderen leichter sein. Gemeinsam schreiben verbindet und es lässt einen Raum für Resonanz und Verbindung entstehen.

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Karen Gimmler

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