Selbstmitgefühl - Schreiben als Weg zu einem freundlicheren Blick auf uns selbst
Wie schnell sind wir im Alltag dabei, uns selbst zu verurteilen. „Mensch bin ich blöd!“ oder „Jetzt hast du das schon wieder nicht hinbekommen!“ tauchen in unseren Gedanken auf. Manchmal sprechen wir die Sätze auch laut aus. Wir fragen uns, was andere von uns denken. Wir machen uns Vorwürfe, wenn etwas nicht gelingt. Und oft sind wir mit uns selbst viel strenger, als wir es mit einem geliebten Menschen je wären.
Mich selbst annehmen lernen
Für mich bedeutet Selbstmitgefühl, sich mit wohlwollenden Augen zu betrachten. So wie wir eine gute Freundin/einen guten Freund betrachten würden. Es bedeutet auch, in kleinen Schritten die eigenen Stärken wahrzunehmen und die eigenen Schwächen oder Grenzen, die wir alle haben, anzunehmen. Ich höre auf mich selbst zu verurteilen. Stattdessen frage mich: Was brauche ich gerade? Welche Bedürfnisse möchten gesehen werden?
Warum Schreiben helfen kann
Beim Schreiben werden Gedanken sichtbar. Sie kreisen nicht mehr nur im Kopf, sondern stehen als Worte vor uns.
Manchmal entdecken wir dabei, wie wir mit uns selbst sprechen. Vielleicht finden wir Sätze, die hart oder abwertend sind. Vielleicht merken wir auch, dass wir etwas schon lange mit uns herumtragen.
Wenn wir schreiben, dürfen diese Gedanken einfach da sein. Ohne sie sofort verändern oder bewerten zu müssen. Vielen Menschen wird erst durch das Aufschreiben dieser Sätze bewusst, wie sie mit sich umgehen. Allein dadurch kann sich schon etwas verändern.
Ein kleiner Schreibimpuls
Denke an eine Situation des heutigen Tages, in der du streng mit dir warst.
Nimm dir 10 Minuten Zeit und erzähle diese Situation noch einmal aus Sicht deiner besten Freundin/deines besten Freundes.
Wenn du fertig bist, lege den Stift einen Moment zur Seite.
Atme tief ein und aus.
Und nimm wahr, was jetzt da ist.
Zum Schluss
Mitgefühl für uns selbst entsteht oft nicht auf einmal. Es wächst in den kleinen Momenten, in denen wir innehalten und uns selbst freundlich begegnen.
Schreiben kann ein solcher Moment sein. Ein Ort, an dem nichts geleistet werden muss und an dem alles da sein darf – auch das Unvollkommene.
Vielleicht beginnt Selbstmitgefühl nicht damit, anders zu werden.
Vielleicht beginnt es damit, uns selbst so anzunehmen, wie wir gerade sind.
Mit welchem Blick möchtest du dir heute selbst begegnen?
Vielleicht möchtest du lieber gemeinsam mit anderen zum Thema Selbstmitgefühl schreiben?
Auch wenn das Thema Selbstmitgefühl ein ganz persönliches Thema zu sein scheint, kann es erleichternd sein, sich gemeinsam mit anderen schreibend zu begegnen. In meinen Workshops begegnet ihr euch mit intuitivem Schreiben zuerst selbst und geht dann in Resonanz mit anderen Schreibenden.
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